Mittwoch, 11. September 2019

Von Museen und Rittern - ein Glücksfall


Vor rund vier Wochen streifte ich durch das Kunsthistorische Museum Wien, genauer gesagt (und ganz speziell) die Hofjagd- und Rüstkammer, bewaffnet mit der Digitalen, und transpirierend wie eine Wildsau bei der Hatz. Während ich so Bild nach Bild schoss, erwähnte ich Herself gegenüber: "Früher gab es mal eine ganze Menge von diesen Rüstungen als Bausatz!" Was antwortete sie? "Und die hast Du nicht ...?" Challenge!

Wieder daheim angekommen, dachte ich nach - es gab vier Bausätze von Imai, so in den frühen 1980ern. Einen hatte ich mal. Nie gebaut, irgendwann gewinnbringend verkauft. Imai ist lange weg vom Fenster. Also, vielleicht, schaun mer mal, bei eBay. Und siehe, gerade endete eine Auktion. Verpasst.

Was hatte ich genau verpasst? Vier komplette Bausätze in den USA, Preis durchaus human, einer sogar noch eingeschweißt. Aber die Auktion war vorbei, ohne Verkauf. Naja, hat nicht sollen sein.

Am nächsten Morgen ... war die Auktion wieder eingestellt, gleicher Preis, und ich gab ein Gebot ab. Das Mindestgebot, russisches Roulette für Modellbauer eben. Gleichzeitig stellte ich fest, dass mein Gedächtnis nachließ: Es gab nicht vier, sondern sechs der Bausätze in der Serie. Aber erstmal abwarten, was mit der US-Auktion passiert. Ende irgendwann am Montag um Mitternacht. Und dann die Überraschung - ich war der einzige Bieter (obwohl ein halbes Dutzend Hansel die Auktion "beobachteten"), und nach einem schnellen PayPal-Besuch war das Paket auch schon auf dem Weg.

Fehlten aber immer noch zwei Bausätze.

Wieder eBay durchforstet, diesmal in Deutschland, Ausbeute mau. Bis ich dann auf einen Schweizer Verkäufer stieß, der zwischen allerlei Kruschtkram genau die zwei fehlenden Kits anbot, ebenfalls zu normalem Preis. Nach kurzer Nachfrage wegen Porto ("Ja, kann beide zum gleichen Preis schicken!" nenne ich fair) erfolgte der Sofortkauf. Und schon war auch dieses Päckchen unterwegs.

Warum das nun so geklappt hat?

Beim US-Verkäufer tippe ich einfach mal darauf, dass es am Gebinde lag - wer kauft schon vier Bausätze, wenn er dann welche doppelt hat, oder einige gar nicht haben will? Dass der Einzelpreis für jeden Bausatz im Gebinde weniger als 50% der jeweils niedrigsten Individualpreise bei anderen Auktionen war, und auch das Porto so niedriger, das zählt dann wohl weniger. Beim Schweizer Verkäufer zeigte sich wieder der Unterschied zwischen Modellbauern und Fanatikern (oder Spekulanten), glaube ich ... denn es fehlte schlicht die Originalverpackung. Mir Wurscht.

So, rund einen Monat "nach Wien" habe ich jetzt die komplette Sammlung der Imai-Ritter hier liegen ... bezahlt wurde (allerdings inklusive Porto und so) rund 300% des Ladenpreises von 1984, aber das sehe ich selbst bei handelsüblichen Kits mittlerweile als die Norm an. Leider. Und jetzt muss ich die nur noch bauen. Ich bin ja noch jung ... 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen